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Gemeindegeschichte 
Haben Sie gewusst, dass auch Maulwürfe für die Geschichte Aeschis von Bedeutung waren? Ohne diese putzigen Erdbewohner wäre, wer weiss, die Bedeutung des Seeufers als früheste Fundstätte menschlicher Lebenszeichen in der ganzen Region Solothurn nicht im heutigen Umfang erfasst. Was trug sich zu? Um 1850 fand ein Jäger im betreffenden Gebiet auf von Maulwürfen ausgeworfenen Erdhaufen Gesteinssplitter, die sich später als Feuerstein-Überreste herausstellten. Dies Bedeutete den Startschuss zu umfangreichen archäologischen Grabungen und Forschungen, die vor allem auch nach der Seeabsenkung im zweiten Weltkrieg neue Erkenntnisse zutage förderten. Das Ergebnis ist eindrücklich: älteste Besiedlungsspuren reichen in die Mittelsteinzeit bis 10 000 Jahre vor Christus zurück, und umfangreich sind dann vor allem die Pfahlbaufunde ( respektive Überreste davon ) der Jungsteinzeit um 3 000 v. Chr.
1252 Urkundliche Ersterwähnung von Aeschi. Die wichtigsten weltlichen Grundherren in Aeschi ab dem Zeitpunkt, da die schriftlichen Quellen zu sprechen beginnen, waren zum einen die Rittergeschlechter von Esche ( die vermutlich im 13. Jahrh. ausstarben ) und Ihre Nachfolger vom Stein ( ausgestorben im 16. Jahrh. ), beide Parteien in der vormaligen Burg drunten am See residierend.
14. Jahrh. Die Feste ( Burg ) um 1100 durch die Ritter von Esche ( dies übrigens der stark an Botanik gemahnende mittelalterliche Name von Aeschi) erbaut, wurde durch die Städtischen Reiterhorden der Städte Bern und Solothurn während eines Erbstreites fast dem Erdboden gleichgemacht. Sie wurde nie wieder aufgebaut; man weiss allerdings archäologisch, dass sie in der nähe des heutigen Schwimmbades stand.
1361 Die niedere Gerichtsbarkeit in Aeschi geht an Solothurn. Die hohe Gerichtsbarkeit demgegenüber ( Blutgericht und weitere Fälle von grösserer Tragweite ) bleibt beim mächtigen Bern.
1481 Aufnahme von Solothurn zusammen mit Freiburg in den Bund der Eidgenossen
1580 Benedikt Strasser eröffnet das Restaurant Kreuz.
1665 Im Vertrag von Wynigen verzichtet Bern auf seine hohe Gerichtsbarkeit
1683 Mit der Einweihung der Sankt Anna Kirche wurde Aeschi zur Pfarrei. Aeschi gehörte seinerzeit noch zum Bistum Konstanz
1683 Gründung der ersten Schule.
1684 Die Einwohnerzahl von Aeschi dürfte im Mittelalter nicht mehr als ein paar Dutzend Personen betragen haben. Die erste einigermassen zuverlässige Zahl stammt aber erst von 1684, als die soeben gegründete Pfarrei wohl eine Zählung in allen Dörfern dieser Pfarrei veranlasste. 168 Einwohner und Einwohnerrinnen wurden damals für Aeschi registriert, während das gesamte Wasseramt um diese Zeit herum etwa 3000 Personen zählte.
1798 Einmarsch der Franzosen und die Einnahmen von Solothurn.
1801 Ein erstes Schulhaus wurde gebaut.
1829 Burgaeschi wird selbstständige Gemeinde.
1831 Dorfgericht wird durch Gemeinderat ersetzt. Eine grundlegende Neukonzeption erfuhr das Gemeindewesen, mit einem bereits 1831 erlassenen Gemeindegesetz. Es brachte das zügige Ende der mittelalterlichen Dorfgerichte deren Kompetenzen auf die heutigen Amtsgerichte übergingen. Geschaffen wurde dafür das Exekutivorgan Gemeinderat, in der noch heute bekannten Form. Aufgrund seiner Bevölkerungszahl erhielt Aeschi drei Gemeinderatssitze zugesprochen. Das entsprach damals einer Einwohnerzahl von 395 Personen. Erstaunen weckt der Umstand, dass damals Burgaeschi noch 176 Einwohner/innen zählte. Erstaunlich aber auch, dass Aeschi mit seiner Bevölkerungszahl seinerzeit noch so gross war wie Zuchwil.
1880 Gründung der Kirchgemeinde Aeschi
1901 Die erste Wasserleitung zwischen Steinhof und Aeschi wird verlegt.
1908 Unter Ammann Johann Stampfli beschloss die Gemeindeversammlung die Unterzeichnung eines Stromliefer-Vertrages mit dem Elektrizitätswerk Wangen a.A. sowie den Beitritt zur Genossenschaft „Elektra äusseres Wasseramt“. Das war gleichbedeutend mit dem Anfang vom Ende der Kerzen- und Petrollampenzeit.
1931 Die erste elektrische Strassenbeleuchtung ( 10 Lampen ) wird eingerichtet.
1931 Anschluss an die Gruppenwasserversorgung Wasserturm.
1941 – 43 Absenkung des Burgaeschisees zwecks Verbesserung der Nahrungsversorgung um 2 Meter.
1953 Fertigstellung und Bezug des neuen Schulhauses.
1964 Aeschi wird am Netz der BSU angeschlossen.
1966 – 68 Neubau der ersten Turnhalle.
1988 Fertigstellung des Werkhofs für die Feuerwehr sowie Ausbau des Schulhauses und Neubau der Zivilschutzanlage in einem Gebäude.
1994 Burgaeschi und Aeschi schliessen sich nach 160 Jahren Trennung wieder zusammen.
Dieser kleine Auszug aus der umfangreichen Geschichte von Aeschi wurde der
Dorfchronik von Franz Pauli entnommen.



Dorfchronik
Das Buch Aeschi ein Dorf im Wasseramt von Franz Pauli ist vergriffen und nicht mehr erhältlich.